Lara Buchmüller aus der 3Ha Klasse besuchte im Rahmen des ERASMUS+ Programms von Mitte September bis Ende Oktober eine Schule in Madrid. Nach ihrer Rückkehr haben wir sie zu ihren Erfahrungen befragt:
Was hat dich ursprünglich dazu motiviert, genau diesen Schritt zu gehen und sechs Wochen lang im Ausland eine Schule zu besuchen? Gab es einen bestimmten Moment oder eine Person, die dich inspiriert hat?
Lara: Ich hatte schon sehr lange einen Traum ins Ausland zu gehen, um zu studieren oder sogar meine „Matura“ fertig zu machen. Dann kam diese Gelegenheit und es war, als würde gerade ein riesiger Wunsch in Erfüllung gehen. Darum habe ich mich dazu entschieden, diese 6 Wochen nach Spanien zu reisen. Ich hatte am Anfang Zweifel, ob ich es schaffen würde oder ob es das richtig wäre, doch jetzt im Nachhinein weiß ich, dass diese Chance genutzt zu haben, dass absolut Richtige war.
Beschreibe uns bitte kurz deinen Alltag in der Gastschule. Was war der größte oder überraschendste Unterschied zum Schulalltag hier bei uns und was war dein persönliches Highlight dieser sechs Wochen?
Lara: Mein Alltag unter der Woche in Spanien war meistens das gleiche. Ich stand um 7 Uhr auf, frühstückte mit meinem Gastbruder, machte mich fertig und dann fuhr uns meine Gastmutter zur Schule. In der Schule war es sehr anders als ich es gewohnt war. Keine Klasse hat einen fixen Klassenraum, jede Stunde wird das Klassenzimmer gewechselt. Ob ich dies besser finde oder nicht, weiß ich nicht. An Tagen, an denen wir Sportunterricht hatten, kamen wir direkt mit Sportkleidung in die Schule, was auch ein großer Unterschied war.
Um 11:05 hatte ich meine erste Pause, 30 min lang. Danach ging die Schule bis 14:15 weiter, und anschließend lief ich 25 min nachhause. Zu Hause wartete das schon fertig gekochte Essen auf mich und ich war bereit für den Verzehr, doch ich habe jeden Tag auf meinen Gastvater gewartet, um mit Ihm zu essen. Das war eigentlich auch schon mein Tag.
Mein persönliches Highlight des Aufenthalts in Spanien, waren die Städtetrips mit meiner Familie und die Zeit, die ich mit Miranda, meiner Gastschwester, verbracht habe.
Sechs Wochen in einem fremden Land sind eine Herausforderung. Gab es Momente, in denen du Heimweh hattest oder dich überfordert gefühlt hast? Wie hast du diese Situationen gemeistert und was hast du dabei über dich selbst gelernt?
Lara: Ich hätte nie gedacht, dass ein befristeter Abschied so weh tun kann. Am Anfang war es sehr schwer mich in Spanien einzuleben, so ganz ohne Familie, aber nach den ersten Tagen hat es sich schon deutlich gebessert. An den Abenden musste ich oft über zu Hause nachdenken, aber Heimweh hatte ich nie. Die Sehnsucht nach Hause konnte ich gut mit Videocalls, mit meiner Familie stillen. Zu Beginn, war ich sehr überfordert mit der Sprache und der neuen Umgebung, aber dafür habe ich gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen und mich auch einmal auf herausfordernde Dinge einzulassen.
Was hast du in diesen sechs Wochen gelernt, das dir kein Lehrbuch hätte vermitteln können – sei es über die Kultur, die Sprache oder das Leben allgemein?
Lara: In diesen 6 Wochen habe ich gelernt, offener zu sein und einfach zu reden, ganz egal ob ich Fehler mache oder nicht – denn nur mit Fehlern und Reden kann man lernen. Die spanische Kultur konnte ich auch sehr gut kennenlernen, vor allem das Essen war am Anfang sehr anders. Doch das Leben in Spanien interessiert mich sehr.
Wenn du jetzt vor deinen Mitschülerinnen stehen würdest, die vielleicht zögern: Welche eine Sache würdest du ihnen sagen, um sie davon zu überzeugen, auch einen mehrwöchigen Schulbesuch im Ausland zu wagen?
Lara: Ich habe mich der Herausforderung gestellt und bereue es keine Sekunde. Ich habe unglaublich viel Erfahrung gesammelt, nicht nur in der Sprache, sondern ich habe mich auch selbst weiterentwickelt und ich würde es jedem Menschen ans Herz legen der diese Chance bekommt, sie zu nutzen, denn es wird sich definitiv lohnen.
Vielen Dank für das Interview Lara!