„Ich habe gedacht, vielleicht lerne ich hier etwas fürs Leben!“ 

Vanes­sa Von­metz hat heuer im Auf­baulehrgang im Marien­berg mit gutem Erfolg maturi­ert und erzählt von ihrer Schul­lauf­bahn an der Schule Marien­berg. Beson­ders der Prax­is­bezug in vie­len Fäch­ern, das gute Miteinan­der unter Schü­lerin­nen und Lehrer:innen und die schö­nen Aus­land­sreisen nach Frankre­ich und in die Nieder­lande bleiben ihr in Erin­nerung. 

Ich bin Vanes­sa Von­metz, bin 20 Jahre alt und wohne in Bre­genz. Ich habe heuer im Juni die Matu­ra im Marien­berg gemacht, nach­dem ich zuerst drei Jahre lang die Fach­schule besucht und anschließend noch drei Jahre Auf­baulehrgang ange­hängt habe.  

In der Mit­telschule habe ich nicht gewusst, welchen Weg ich anschließend ein­schla­gen soll. Meine Mut­ter hat mir die Schule Marien­berg vorgeschla­gen – ich habe davor noch nichts davon gehört. Wir haben gemein­sam den Tag der offe­nen Tür besucht und das hat bei mir einen super Ein­druck hin­ter­lassen. Die Prax­is und das Kochen haben mich sehr ange­sprochen. Ich habe gedacht, vielle­icht lernt man hier etwas fürs Leben. Weil Kochen muss man ja das ganze Leben lang, ob für sich selb­st oder für die Fam­i­lie. Das hat mich inter­essiert.  

Ich habe mich für die drei­jährige Fach­schule bewor­ben, ohne zu wis­sen, ob ich aufgenom­men werde – dazu­mal bin ich noch keine gute Schü­lerin gewe­sen. Als ich dann die Zusage bekom­men habe, habe ich mich natür­lich gefreut und war schon ges­pan­nt, was mich so erwartet. 

Erwartet hat mich dann viel mehr als nur die prak­tis­chen Fäch­er – also Kochen und Servieren. Rech­nungswe­sen und Betrieb­swirtschaft zum Beispiel habe ich davor gar nicht gekan­nt, aber beson­ders Rech­nungswe­sen ist mir echt ans Herz gewach­sen. Dass ich dieses Fach leicht gel­ernt habe und ich es deshalb auch gut kann, hat mir die Matu­ra enorm erle­ichtert. In diesen Fäch­ern ler­nen wir Schü­lerin­nen auch wirtschaftlich etwas fürs Leben, zum Beispiel einen Jahresab­schluss zu machen oder welche Ver­sicherun­gen es gibt und wie man dadurch das eigene Risiko ver­min­dern kann. Unsere Lehrer:innen haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir uns in diesen The­men­bere­ichen gut ausken­nen. Auch die Prak­ti­ka, die wir im Som­mer machen müssen, helfen uns dabei, Beruf­ser­fahrung zu sam­meln und zu bemerken, wo unsere Stärken und Schwächen liegen und was wir im näch­sten Jahr in der Schule umset­zen kön­nen.  

Wir haben in den sechs Jahren auch viele Betrieb­s­besich­ti­gun­gen gemacht – zum Beispiel zum Mar­tin­shof oder zur Län­dle Milch oder einen Aus­flug ins Frauen­mu­se­um. Das war für mich immer toll. Und auch für den Klassen­zusam­men­halt. Wir haben in der Klasse beson­ders im Auf­baulehrgang ein sehr famil­iäres Kli­ma gehabt, weil wir rel­a­tiv wenig Schü­lerin­nen waren.

Das hat uns auch während der Mat­u­ra­vor­bere­itun­gen gut geholfen. Wir haben in der Klasse darauf geschaut, wem wir wie helfen kön­nen und dass jed­er möglichst gut durch die Matu­ra kommt. Dabei habe ich bemerkt, dass man etwas Gutes tut, wenn man anderen hil­ft. Das tut dann auch mir selb­st gut.  

In der ersten Klasse Fach­schule bin ich noch rel­a­tiv schüchtern gewe­sen. Während der Schulzeit habe ich aber auch viel über mich selb­st gel­ernt, ich bin selb­st­ständi­ger gewor­den und habe auch im Umgang mit anderen Men­schen, beson­ders Lehrer:innen und Mitschü­lerin­nen, viel dazugel­ernt. Ich habe gel­ernt, meine eigene Mei­n­ung zu vertreten und auch anzus­prechen, wenn für mich etwas falsch läuft. Nur wenn man sich auf die Diskus­sion ein­lässt und Prob­leme offen anspricht, kann sich die Sit­u­a­tion verän­dern. Meis­tens hat sich miteinan­der eine gute Lösung find­en lassen. Wenn sich dadurch aber nichts ändert, habe ich auch gel­ernt, eine Sit­u­a­tion auf sich beruhen zu lassen und das Beste daraus zu machen. Ich habe aber auch ganz banale Sachen wie zum Beispiel Pünk­tlichkeit und einen respek­tvollen, höflichen Umgang mit anderen Men­schen während mein­er Schulzeit gel­ernt. Wir wer­den also gut aufs Beruf­sleben vor­bere­it­et. 

Meine schön­sten Erin­nerun­gen an die Schule Marien­berg hän­gen mit den bei­den Reisen zusam­men. In der Fach­schule sind wir in den Nieder­lan­den gewe­sen und im Auf­baulehrgang mit Frau Hein­zle im Süden Frankre­ichs. Die Reisen haben mir gut gefall­en, man lernt ein biss­chen die Welt ken­nen – in den Nieder­lan­den und Frankre­ich, das ist schon etwas anderes als Öster­re­ich. 

In den Nieder­lan­den sind wir in Ams­ter­dam im Anne-Frank-Muse­um und auf einem Segeltörn gewe­sen. Zuerst war geplant, auf dem Segelschiff zu über­nacht­en, wir sind dann aber nur an zwei Tagen segeln gewe­sen. Den Rest der Zeit haben wir in Ams­ter­dam ver­bracht – da haben wir beispiel­sweise eine Rad­tour gemacht, die ist wirk­lich inter­es­sant und auch ein biss­chen aben­teuer­lich gewe­sen.  

In Frankre­ich haben wir einige Städte angeschaut – Niz­za, Cannes und auch Mona­co. Hier habe ich die Sprache, die ich drei Jahre lang in der Schule gel­ernt habe, ver­wen­den kön­nen. Manch­mal haben wir uns zwar in einem Mix aus Englisch und Franzö­sisch ver­ständigt, aber ich habe immer pro­biert, auf Franzö­sisch zu sprechen. Das ist mir auch meis­tens gelun­gen, ich habe jeden­falls immer das bekom­men, was ich haben wollte. Ich habe heuer darum auch schriftlich Franzö­sisch maturi­ert. Das hätte ich zu Beginn des Auf­baulehrgangs nie gedacht, aber Franzö­sisch liegt mir wohl bess­er als Englisch.  

Über die Zeit nach der Matu­ra habe ich mir bish­er noch nicht viele Gedanken gemacht. Ich nehme mir zuerst ein­mal eine Auszeit vom Ler­nen und arbeite ein biss­chen. Im Som­mer habe ich eine Stelle in der Betreu­ung von Volkss­chulkindern. In Zukun­ft würde ich auch am lieb­sten etwas mit Kindern machen. Aber ich denke, ich werde jet­zt zuerst ein Jahr arbeit­en und mich neben­her über Stu­di­en oder weit­ere Aus­bil­dun­gen informieren, die mir zusagen. Momen­tan finde ich auch sich­er einen Job, den ich für ein Jahr machen kann. Nach sechs Jahren im Marien­berg mit Matu­ra kann ich ja in vie­len Berufen arbeit­en und mache mir auch keine Sor­gen über meine beru­fliche Zukun­ft.